Heilkraut/ Heilpflanze des Monats
Waldmeister (Galium odoratum)
Im Frühjahr, wenn die Sonne den Waldboden erwärmt, beginnt der Waldmeister zu blühen; mit seinem typischen Geruch erfüllt er die Frühjahrsluft. Jetzt ist Zeit für Waldmeisterbowle!
Waldmeister ist eine zarte Pflanze, die eine Höhe von zehn bis dreißig Zentimeter erreicht und ab Ende April zu blühen beginnt. Die Blätter sind quirlartig angeordnet, die weißen Blüten sind sternförmig und klein. Waldmeister wird entweder frisch gesammelt, bevor er blüht, oder noch blühend geerntet und an einem schattigen Ort getrocknet.
In der Volksheilkunde wird Waldmeister bei Schlafstörungen, Verdauungsbeschwerden, Wasserstau, Verstopfung und Verschleimung eingesetzt. Waldmeistertee kann allein oder mit Hopfen und Lavendel gemischt am Abend als Beruhigungstrunk getrunken werden.
Den meisten ist der Waldmeister als Bowle bekannt. Waldmeisterbowle schmeckt nicht nur gut, sondern ist auch eine Frühjahrskur zur Blutreinigung und zur Stärkung des Herzens.
Sammelgut: Kraut vor und während der Blüte
Wirkung/Anwendung:
Blutreinigung, Herzstärkung, Beruhigung, zur Gaumenfreude
Zubereitung: frisch als Gewürzkraut, getrocknet als Tee
_________________________________________________________________________________
Allgemeines zum Thema Heilkräuter sammeln
Gegen jede Krankheit ist in der Apotheke Gottes ein Kraut gewachsen. Sehr viele Gesundheitsmagazine und Tageszeitungen bringen Berichte über die Möglichkeit von Heilkräuteranwendungen. Die Arzneien aus der Apotheke Gottes feiern zur Zeit eine Renaissance. Es wurden jedoch im Laufe der Jahrhunderte viele Anwendungsmöglichkeiten und Pflanzen vergessen. Es liegt an uns die Möglichkeiten die die Pflanzen uns bieten neu zu entdecken.
Wie macht man das?
Wenn Sie hinausgehen in die freie Natur um Heilpflanzen zu pflücken machen Sie dies, indem Sie sich bewusst sind, dass Sie Kostbarkeiten suchen gehen. Jede einzelne Heilpflanze ist ein einzigartiges Gewächs. Jede Pflanze hat genauso wie jeder Mensch eine eigene Persönlichkeit. Wann eine Heilpflanze gepflückt werden möchte, teilt sie demjenigen der sie sucht selbst mit. Es gibt grobe Grundregeln, doch sollte man im Einzelfall immer auf das eigene Gefühl und auf die Situation für die man die Pflanze braucht achten. Daraus folgt, dass man mit offenem Herzen und offenen Sinnen hinausgehen sollte um die Pflanzen zu pflücken. Nur so kann man die Geheimnisse entdecken, die die Pflanzen für uns bereit halten. Seien Sie auch experimentierfreudig, d.h. lassen Sie sich von ihrer Intuition leiten, wie Sie diese Pflanzen verwenden sollen, z.B. als Bad, Badezusatz, Tee, Kompresse, Kräuteressenz, Öl, Salz, Sirup. Man kann sich zu Beginn an Rezepte die man in Kräuterbüchern findet halten, um den Umgang mit den Pflanzen zu lernen. Das Ziel sollte jedoch sein wirklich nach der eigenen Intuition zu agieren.
Wann soll man die Heilpflanzen pflücken?
Die beste Zeit um Pflanzen zu pflücken, wenn man sie aufbewahren möchte, sind die Tage um den Vollmond, wenn es Pflanzen sind die über der Erde wachsen, und +/- 3 Tage um Neumond, wenn es Pflanzen sind die unter der Erde wachsen.
Pflanzen sollten nicht gesammelt werden nach einer sehr heißen Periode, da die ätherischen Öle verdampft sind und auch nicht nach zu starkem Regen. Die optimale Zeit ist wenn der Morgentau an den Blättern getrocknet ist. Gehen Sie so oft als möglich in die freie Natur und lassen Sie sich von den Pflanzen rufen. Oft ruft Sie eine Pflanze im Frühjahr, die Sie dann eventuell im Winter des Jahres brauchen können. Vertrauen Sie in Ihre Intuition. Es gibt hunderte Pflanzen die man zu Heilzwecken einsetzen kann. Beginnen sie mit ein oder zwei Pflanzen Kontakt aufzunehmen, sie kennenzulernen, sie aufzubewahren, sie zu verwenden, zu essen oder zu trinken. Wenn man Pflanzen „nur“ essen möchte spielt der Termin des Pflückens keine Rolle. Man merkt mit der Zeit von sich aus, wann Pflanzen mehr Geschmack und Aroma haben (z.B. Äpfel die man für den Winter einlagert halten besser, wenn sie um die Vollmondzeit gepflückt wurden).
Pflanzen sollen nie in der prallen Sonne getrocknet werden, sondern an einem luftigen, schattigen Ort aufbewahrt werden, wo sie in Ruhe trocknen können. Eine andere Möglichkeit ist, die Stiele zusammenzubinden und sie dann kopfüber an einem luftigen Platz aufhängen, wo sie in Ruhe trocknen. Weiters sollten Pflanzen nicht mit Metallen geerntet werden, wenn dies möglich ist, sondern möglichst mit der Hand gepflückt, getrocknet und gerebelt werden. Durch liebevolle Berührung kann die Pflanze viel besser ihre Wunder preisgeben.
Petra Maria Orina Zizenbacher |